PSS Portosystemischer Shunt = Lebershunt

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Vorab, wir sind beide Humanmediziner und kennen dieses Krankheitsbild vom Menschen her relativ gut. Beim Menschen stellt dies in der Regel weniger ein Problem da, da für Humanmedizin weitaus mehr Geld für Forschung und Therapie zur Verfügung steht als in der Veterinärmedizin. Im folgenden möchten wir kurz schildern, wie alles bei uns begann und warum wir uns nun mit diesem Thema in dieser Art auseinandersetzen wollen, um anderen Betroffenen die lange Suche und viel Leid zu ersparen.

Wir haben eine 21 Monate alte Yorkshire Terrier Hundin aus einer annerkannten Zuchtstätte  samt Papiere im Alter von ca. 10 Wochen bekommen. Wir hatten uns zur Abholung bereits um 1 Woche früher entschieden, da die Züchterin die Hunde mangels Zeit schlecht sozialisieren konnte und wir hofften hier mit vollem Einsatz noch Boden gut zu machen.

Es war etwas komisch, daß die Züchterin bei uns ein paar Mal dann noch telefonisch nachgefragt hatte, wie es denn ging. Da wir noch jemanden kennen, der aus dem selben Wurf auch einen Hund hatte, dort dies aber nicht so war, war das schon ein wenig eigen.

Anfangs ging es unserer kleinen Maus noch sehr gut, alles schien normal zu laufen, das Mädel entwickelte sich prächtig. Sie ist eigentlich eine sehr schlaue, hörte bereits nach 1 Tag auf ihren Namen und konnte nach 3 Tagen bereits “Sitz” und “Platz”.

Ein paar Wochen später fiel uns auf, daß sie hin und wieder grundlos zitterte, insbesonders im Schlaf, aber auch so wenn sie einfach nur die Sonne genoss.
Wenig später kamen wir nach einem relativ anstrengendem Tag nachhause und unsere kleine stürzte sich sofort auf ihr Futter beim reinkommen. Sie machte auch davor schon immer eine etwas eigene Figur beim Fressen, aber diesmal war etwas anders. Sie begann eine der Hinterpfoten vollständig raufzuziehen und konnte nur schwer das Gleichgewicht halten. Ich erkannte sofort, daß hier etwas nicht stimmen konnte, denn es sah auf den ersten Blick wie ein kleiner Krampfanfall aus, der sich nur auf bestimmte Muskeln beschränkte (fokal motorischer Anfall). Mein Mann wollte mich beruhigen und meinte, das es nichts sei, aber es war ihm selbiges klar. Als unsere Maus weiter torkelte und dieser Zustand nun für gut 15 min angehalten hatte, beschlossen wir rasch zu unserem Tierarzt zu fahren. Bis wir dort waren, war alles wieder in Ordnung, unsere Hündin lief wieder normal, es kam auch im Rahmen des Anfalls weder zu Harn- oder Stuhlabgang noch zu sonstigen auffallenden Dingen.
Der Tierarzt machte in der Folge einen neurologischen Check und stellte keine Auffälligkeiten fest. Er meinte, daß sei Epilepsie und da könne man nichts machen. Diese Aussage war für mich erst einmal sehr niederschmetternd und irgendwie passte es mit meinem Wissenstand beim Menschen (wir sind ja schließlich auch Säugetiere) nicht  ganz zusammen.

Somit begann ich mit einer Recherche im Internet. Dies war natürlich garnicht so einfach, denn wie bereits oben erwähnt, gibt es für den Veterinärbereich vergleichbar wenig gute Quellen im Netz.

Wir hatten uns ja alle davor bereits gewundert, daß unsere kleine sehr viel trank (Polydipsie) sowie viel urinierte (Polyurie), dann war weiters das Zittern, besagte Krampfanfälle (neurologisches Symptom) und überhöhte Ängstlichkeit. Bei den Krampfanfällen ist sie jedoch immer bei vollem Bewußtsein, sie spürt sie sogar oft schon kommen und torkelt mit letzter Kraft noch zu uns.
Somit bekam ich bald unter anderem das Ergebnis “Leber-Shunt”, welches mir seither im Kopf herum spukte.

Wir hatten dann ein weiteres Problem mit unserer kleinen Dame. Sie litt auch an einer leichten Patella-Luxation, welche beim Spielen mal symptomatisch wurde und sie lahmte. Wir suchten wieder den Tierarzt auf, welcher sofort operieren wollte. Unsere Kleine war da keine 6 Monate alt. Wieder suchte ich im Internet Details zusammen und fand heraus, daß man für die OP dieser Erkrankung mal mindest warten sollte bis der Hund ausgewachsen ist, dies aber frühestens nach 12 Monaten machen sollte.

Nachdem ich irgendwie sowieso keinen guten Draht zu diesem Tierarzt hatte, wollte ich eine zweite Meinung einholen und gelangte über die Empfehlung von einem Bekannten zu unserem jetztigen Tierarzt. Dies war defintiv wohl eine gute Entscheidung, denn er erteilte uns die Auskunft, die ich auch schon im Internet erhalten hatte und meinte, man müsse nicht gleich operieren, da dies sicherlich noch nicht nötig sei (wir hatten damit seither auch kein einziges Mal mehr ein Problem, es dürfte wohl nur am wilden Spiel mit dem anderen Hund gelegen haben). Somit hatten wir für uns einen hervorragenden Tierarzt (Dr. K) gefunden, mit dem man auch auf fachlicher Ebene – soweit dies zwischen Human- und Veterinärmediziner möglich ist – diskutieren kann.

Da nach diesem ersten Ereignis für einige Wochen Ruhe war, dann aber wieder ab und zu ein Anfall auftrat, sprach ich dies bei einem Impftermin mal das Problem der gelegentlichen Krampfanfälle an. Dr. K meinte, es könne natürlich Epilepsie sein, aber es gäbe auch sehr viel andere Ursachen wie Unterzucker (kleine Hunde würden gerne mal dazu neigen), Lebershunt, usw. – wir sollten es einfach mal weiter verfolgen.

Mir spukte diese Epilepsie nach wie vor im Kopf rum, denn es passte einfach nicht; für mich war die Diagnose Lebershunt irgendwie passender. Als Arzt traut man sich trotzdem nicht ganz über veterinärmedizinische Diagnosen, denn Medikamente für Hunde wirken oftmals beim Menschen anders bzw. Humanpharmaka wirken oftmals bei Hunden nicht.

Somit verfolgten wir alles weiter. Dann stand der Zahnwechsel an und einer der Reisszähne wollte einfach nicht rausfallen. Tja, was blieb anderes als OP und raus damit.
Bei einer Narkose durchläuft der Körper auch beim Tier diverse Stadien – unter anderem das “Excitationsstadium”. In diesem ist das Gehirn erhöht anfällig einen Krampfanfall zu bekommen und somit wäre es ein leichtes hier einen Epileptiker zu enttarnen.
Ich habe diese These dann mit Dr. K besprochen, auch er meinte, wenn sie bei der Narkoseeinleitung keinen Krampfanfall bekäme, dann könne man mit fast 100%iger Sicherheit eine Epilepsie ausschließen – es war dann auch nichts, somit endlich These von der Epilepsie verworfen.

Ich habe jetzt bei meinen Recherchen schon einige Male gelesen, daß viele Tierärzte die Erkrankung Lebershunt = PSS = Portosystemischer Shunt garnicht kennen, da diese vor gerade mal 10 Jahren beim Hund erst entdeckt worden ist. Vielleicht war das der Grund, warum der erste Tierarzt nicht auf diese Idee gekommen ist.

Es ging dann einige Zeit ganz gut soweit, wenig Anfälle – eigenartigerweise alle am Morgen kurz nachdem mein Mann zur Arbeit gegangen war. Ich dachte schon, sie würde sich so stressen wenn er ging, da sie ein echter Herrchenhund ist. Hin und wieder erbrach sie auch mal gelblichen Schaum (Galle?). Gefressen hat sie prinzipiell immer gut, sie ist eben ein wenig wählerisch. Sie stand oft auch mal gegen 4 Uhr morgends auf um ein wenig was zu futtern. Somit dachten wir dann, es könnte auch eine morgendliche Unterzuckerung sein (Hypoglykämie).
Wenn sie nun Anfälle hatte, dann waren es oft immer 2 hintereinander. Es schien aber, als könne man sie mit rechtzeitiger Zufuhr von Energie abfangen. Der Verdacht der Hypoglykämie blieb daher länger bestehen. Da unsere kleine Maus ja leider sehr wählerisch war, was das Futter anging, meinten wir es gut und verabreichten ihr bei den Anfällen ein wenig Streichwurst, da darin neben Fett auch einiges an Kohlehydraten (Zucker) enthalten war und sie diese im Anfall leicht vom Finger schlecken konnte.

Jedes Mal wenn sich unser Mädel zu sehr aufregte (Tierarztbesuche!), dann bekam sie sehr leicht einen fokal motorischen Anfall. Dieser war dann oft durch eine Glucoseinjektion (Zucker) des Tierarztes schnell wieder eindemmbar. Wieder ein Indiz für die Theorie der Hypoglykämie, allerdings passte die ganze Geschichte auch ganz gut zum Lebershunt, es ließ mir trotzdem keine Ruhe und ich recherchierte ein wenig weiter.

Was wir zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht ahnten, war, daß unsere “Therapie” eigentlich sehr sehr kontraproduktiv war, denn es gibt einiges was man bei einem Lebershunt nicht füttern sollte und Fette gehören hier definitiv dazu!

Jetzt ist unsere Hünding 21 Monate alt, war vor gut 1 Monat das zweite Mal läufig und durch die hormonelle Umstellung durch die Läufigkeit, kam nun der ganze Stoffwechsel durcheinander, die Katastrophe war in Kombination mit der “normalen” Fütterung perfekt.

Bereits 3 Wochen vor dem Beginn der Blutungen nahm die Frequenz der Krampfanfälle dramatisch zu, irgendwas war im Busch und ich dachte mir, es könnte bald soweit sein, daß die Lady läufig wird. Wir hatten dann sogar einen so schlimmen Tag dabei, wo sie 6 Anfälle an einem Tag hatte. Wir sind beide mittlerweile schon sehr abgebrüht, sehen ihr schon an, wenn mal wieder ein Anfall im Anmarsch ist. Aber 6 an einem Tag! Das war dann eindeutig zuviel und wir fuhren am Tag darauf wieder einmal zum Tierarzt.

Beim Tierarzt hatte sie dann 2 Anfälle (gut, 2 hintereinander waren ja bei ihr meist üblich). Der Tierarzt gab ihr daraufhin ein Barbiturat (Medikament welches bei Hunden gut gegen die meisten Arten von Krampfanfällen hilft, da es stark beruhigend und sedierend wirkt.
Wir baten dann darum von ihr eine Blutprobe zu nehmen, auch wenn es sie stressen wird, da wir wissen wollten, ob vielleicht Borrelien (dies Erreger können auch zu neurologischen Symptomen führen und werden gewöhnlich über Zecken übertragen) im Spiel sind. Außerdem sollten gleich auch ein Blutbild mit Leber- und Nierenwerten gemacht werden, damit wir nun mal endlich einen Befund zum Thema Lebershunt bekämen.

Das Ergebnis: Die Borrelien-Antikörper waren zwar positiv, aber nur von derImpfung, also keine Infektion soweit. Die Nierenwerte waren soweit auch in Ordnung.
ABER: bei den Leberwerten hatten wir nun Abnormitäten insbesonders die Gallensäuren waren stark erhöht. Das war nun leider der Beweis für den Lebershunt. Endgültige Gewissheit konnte nur noch eine Ultraschalluntersuchung bringen, welche wir dann in weiterer Folge auch noch ins Auge fassten.
Im Ultraschall konnte dann ein abnormales Gefäß dargestellt werden, die Leber war außerdem sehr klein, was leider auch typisch war. Die Gallenblase war weiters stark gefüllt, da unser Mädel in den letzten Tage auch eher weniger Fressen wollte, da wir sie seit dem Ergebnis der Blutunsuchung nun für 14 Tage auf Leber-Diät gesetzt hatten.

DIAGNOSE nach einen sehr sehr langen Leidensweg von über 1 Jahr war nun LEBERSHUNT :-(
Klassifiziert wurde er von Dr. K vom Schweregrad her als “am oberen Ende der leichten Form” da eine neurologische Komponente besteht.
Es erklärte uns nun auch, warum sie so schwer stubenrein geworden war und warum sie immer wieder in de rNAcht ins Bett gemacht hatte. Sie konnte echt nichts dafür, denn sie kann es zeitweise nicht kontrollieren. Interessanterweise erweckte es auch den Eindruck, daß ihre Anfälle häufig mit dem Urinieren zusammenhingen, denn entweder sie bekam einen Anfall weil sie schon so dringend musste oder gleich nach dem Erleichtern. Vielleicht aber spürte sie auch schon den Anfall kommen und wollte deswegen sich noch schnell erleichtern!?!
Sie spürt jedenfalls die Anfälle auch kommen, rennt dann soweit sie es noch schafft zu uns und drückt sich dagegen, damit wir sie in den Arm nehmen und festhalten. Es hat sich auch bewährt mit ihr in einen ruhigen abgedunkelten Raum zu gehen (wir nutzen hierfür das Schlafzimmer, die das Bett über eine flauschige Daunendecke verfügt, wie sie sicher und weich drinnen liegen kann) und sie dann doch eher umschlungen sanft festzuhalten, um ihr eine Stütze und ein sicheres geborgenes Gefühl zu geben. Man sollte auf alle Fälle dabei den Kopf weniger berühren, da ihr das unbehagen bereitet (Begründung siehe “scheinbare Blindheit” bei den Symptomen)

Jetzt passte alles zusammen und wir hätten wohl früher drauf kommen müssen, denn wir hatten durch die Ernährung geradewegs in diese Katastrophe zugesteuert. Uns als wenn dies alles noch nicht genug für unsere Kleine gewesen wäre, kam alles noch schlimmer. Sie hatte also beim Tierarzt dieses Beruhigungsmittel gegen die Krämpfe bekommen und war somit für die nächsten Stunden komplett matt. Irgendwie war das alles sehr komisch, denn sie lag total lethargisch auf ihrem Polster, war völlig schmerzempfindlich bei der kleinsten Berührung, wollte überhaupt nicht mehr trinken und war fast nicht wach zu bekommen. Jetzt wurde ich etwas unrund. Im Laufe des nächsten Tages kam sie schön langsam auf die Beine, allerdings torkelte sie als wäre sie schwer alkoholisiert. Wir schoben das ganze noch darauf, daß dies vielleicht noch eine Nebenwirkung der Barbiturate wäre und sie diese schwerer abbaute wegen der kleinen Leber (da diese ja nur zu einem geringen Teil funktionierte). Leider wurde der Zustand nicht besser, sonst vertärkte sich sogar noch. Unser Hund lief komplett ataktisch (es erschien so, als läge nun eine Schädigung im Motorik-Koordinationszentrum im Kleinhirn vor). Mit einem Wort SCHEI**E!!!!
Dann kam noch ein gastrointestinaler Infekt dazu, der in einem Durchfall resultierte und die Situation noch weiter verstärkte.

Was war nun geschehen?
Durch den Stress beim Tierarzt setzte wohl ihr Körper weitere Gallensäuren frei, welche im Blut zirkulierten und so auch ins Gehirn gelangten. Gallensäuren sind starke Nervengifte. Da die Leber durch das Shunt-Gefäßumgangen wird, werden die Gallensäuren nicht aus dem Blut entfernt und die Konzentration im Blut nimmt ständig zu. Irgendwann ist ein Level erreicht, der die normalen Vorgänge im Körper behindert und eben Nervenzellen schädigt. Dadurch kommt es einerseits zu den Krampfanfällen und andererseits zu einer Nervenschädigung im Gehirn wodurch in diesem Fall die normale Bewegungs- und Gleichgewichtskoordination gestört wurde. Das Ergebnis war dieser ataktische Gang (Ataxie = gestörte Bewegungskoordination mit Ursache im Kleinhirn)

Eine Shunt ist ein Kurzschluß zwischen zwei Gefäßen – hier wird die Leber umgangen und kann ihrer Entgiftungs- und Stoffwechselfunktion nicht nachkommen, da viel Blut über das Shuntgefäß einfach an ihr vorbei fließt.

Es war nun echt furchtbar, denn keiner konnte wirklich sagen, ob dieser torkelnde Zustand so bleiben würde oder ob er sich bessern würde. Dr. K meinte, daß man auf alle Fälle mit 6-8 Wochen rechnen müsse, bis sich beim Hund ein Nervenschaden wieder repariert hat. Also hieß es abwarten und in der Zwischenzeit den Durchfall zu bekämpfen, da dieser zu einer weiteren Freisetzung von Gallensäuren führte und somit eine weitere Schädigung der Nervenzellen bedingte.

In der Zwischenzeit hatten wir unsere Hündin ja versucht auf eine Leber-Diät umzustellen, jedoch verweigerte sie diese anfangs, da sie sehr wählerisch ist. Wir haben dann am Anfang noch zum speziellen Futter div. Hersteller noch etwas Pute und Reis oder Teigwaren gegeben, allerdings hat sie sich stets nur das Fleisch rausgesucht, den Rest konnten wir uns sparen.

OBERSTE REGEL der DIÄT
Das Problem mit wählerischen Hunden ist, daß man ein schlechtes Gewissen hat, wenn der Hund dann mal ein paar Tage nichts gefressen hat. Dann macht man gerne den Fehler, daß man ihm doch etwas anbietet, was er sicher mag und frisst. Hier muss man wirklich aufpassen, denn man tut dem Hund nichts gutes damit, auch wenn man vielleicht sein eigenes Gewissen damit beruhigt. Der Hund denkt hier nämlich anders und wird dadurch sogar regelrecht konditioniert: “Wenn ich lange genug hungere, dann hat mein Herrchen / Frauchen schon Mitleid mit mir und gibt mir eh wieder was, was ich lecker finde und fresse!”. Gerade das ist aber bei Hunden mit Leber-Shunt wirklich kontraproduktiv, denn es sind in der Regel die Dinge, die sie wollen, die am schädlichsten für diese Hunde sind und die Symptome und den Zustand des Tieres nur noch verschlimmern. Man muss hier wirklich HART BLEIBEN, egal welch süsses Geschau und Gehabe der Hund an den Tag legt. Und man sollte uns besser glauben – Yorkies können echt süss schauen und einen bezirzen. Man tut dem Hund aber nichts Gutes damit und um das ginge es eigentlich!
Man muss dies auch unbedingt allen gleich sagen, die mit dem Hund zu tun haben, denn oft gibt es Verwandte und Bekannte, die meinen, sie tun dem Tier etwas Gutes wenn sie ihm / ihr was vom Abendessen abgeben. Auch Leckerlies sind tabu – KEINE Leckerlis!!!!

Es gibt nun ein paar Dinge bei der Diät zu beachten. Die Ausführung dazu gibt’s unter dem Menüpunkt Therapie.

Mittlerweile sind 5 Wochen seit Beginn der Läufigkeit vergangen, die Ataxie (betrunkenes Torkeln) hat sich zum Glück beinahe wieder vollständig zurück gebildet, derzeit haben wir eine Anfallsfrequenz von 0 bis 4 Anfällen pro tag, wobei es im Schnitt 1-2 pro Tag sind, 4 eher die Ausnahme, wenn ein paar aufregendere Dinge passiert sind. Auch die Intensität der Anfälle ist sehr variabel, meist sind sie nun eher kurz, dafür etwas heftiger.Der Zeitpunkt hat sich in den letzten paar Tagen von morgends 7 Uhr interessanteweise auf ca. 2 Uhr nachts verschoben. Die Diät (spezielles Dosenfutter sowie Leber-Trockenfutter) wird von ihr seit einigen Tagen auch sehr gut angenommen – es war nun eh ein sehr harter Weg für unser Mädel und uns bis wir sie soweit hatten.
In den letzten Tagen wurden die Anfälle weniger, dafür zittert sie wieder teils relativ lang und intensiv (wie am Beginn damals). Wir deuten dies nun erstmal als ein Zeichen der Besserung der Symptome. Ich denke, das Zittern könnte vielleicht auch gut ein klitzekleiner fokal-motorischer Anfall sein.
Weiters bekommt sie mehrmals am Tag Traubenzucker, da dies den Stoffwechseln ebenso stabilisiert – das Problem ist ja zum Teil auch ein Unterzucker, da die Leber nicht rasch genug Zucker für den Zellstoffwechsel freisetzen kann. Ein Unterzucker kann ebenso zu einem Krampfanfall führen.
Gallensäuren sind auch in Fettzellen gespeichert. Unsere Hündin hat durch die anfängliche Verweigerung der Nahrung nun ca. 15 dag abgenommen. Beim Abbau der Fettzellen wurden auch vermehrt Gallensäuren freigesetzt. Da dieser Vorgang nun eher abgeschlossen ist, merkt man auch hier bereits eine kleine Besserung wohl dadurch bedingt.
Eine medikamentöse Therapie wurde ebenso angefangen (sie Therapie)

Was ist nun weiters geplant?
Da unsere Hündin sowohl mit der Patella-Lux als auch mit einem Leber-Shunt für die Zucht nicht geeignet ist, werden wir sie sobald sich ihr Zustand stabilisiert hat, kastrieren lassen. Da im Ultraschall nicht ganz eindeutig war, welche Variante (intra- oder extrahepatischer Shunt) unsere Lady hat, wird Dr. K im Rahmen der Kastration den Schnitt etwas erweitern und wenn das Gefäß außerhalb der Leber liegt erst einmal eine Teilligatur des Shunt-Gefäßes vornehmen, sofern dies  es geht. Sollte dies klappen, dann wartet man einige Zeit zu, um dann in einer späteren 2. Operation das Shunt-Gefäß vollständig zu verschließen. Danach kann das Blut nur mehr den Weg durch die Leber nehmen und da die Leber über eine sehr gute Regenerationsfähigkeit verfügt, sollte sie innerhalb einige Woche auf normale Größe heranwachsenen und ihre volle Funktionfähigkeit aufnehmen.
Die Kastration führt außerdem dazu, daß sich die durch die Läufigkeit bedingte veränderte Stoffwechsellage in Zukunft beruhigen wird.
Sofern diese Eingriffe klappen, könnte der Hund danach sogar vollig geheilt werden und in Zukunft ein normales Leben mit normalen Futter genießen können.
Es sei jedoch davor gewarnt, das diese Eingriffe doch etwas riskanter sind als eine Routine-OP.
Es gibt verschiedene Veterinär-Universitäten, die an der Thematik Lebershunt forschen. Zu nennen sind hier Bern (Schweiz), Gießen und Leipzig (Deutschland).

Da unsere Hündin einen angeborenen Leber-Shunt hat, muß man auch die Elterntiere sowie die Geschwister wohl besser aus der Zucht nehmen, um eine weitere Vererbung auszuschließen und einzudämmen. 

Uns ist noch aufgefallen, daß unsere Hündin sich manchmal häufiger am Kinn kratzen musste, da sie dort starken Juckreiz verspürte. Anfangs dachten wir, es wäre vielleicht, weil die langen Haare an der Schnauze durch das Wassertrinken doch häufiger nass sind und es vielleicht zu einer Reizung der Haut führen könnte. Nachdem wir aber etwas ausführlicher beobachtet haben, könnte auch ein Zusammenhang mit den Anfällen und hohen Gallensäure-Spiegeln bestehen, da Gallensäuren zu starkem Juckreiz führen und Anfälle gehäuft nach diesem sehr intensiven Kratzen auftraten (vielleicht auch als zusätzliche Komponente eine Hypoglykämie durch die Anstrengung beim Kratzen?)

Abschließend sei gesagt, daß wir – noch bevor wir irgendwelche Krankheitsprobleme kannten und dachten, der Hund wäre absolut gesund – über eine Hunde-Krankenversicherung nachgedacht hatten – Kosten waren 15 Euro / Monat. Mittlerweile hätte sich diese schon sicher hundertfach bewährt. Spezialnahrung, Untersuchungen und Medikamente sind in Summe trotzdem realtiv kostenintensiv.

Für uns liegt nun mittlerweile auch leider der Verdacht nahe, daß der Züchter um die Problematik Lebershunt (PSS) bei unserem Hund bereits gewusst haben dürfte, denn warum bekamen wir noch einige Zeit nachher regelmässig Anrufe, ob eh alles passen würde, der Besitzer des Hundes aus selbigen Wurf, den wir kennnen, aber nicht?
Weiters wurden wir wiederholt gefragt, ob wir denn mit dem Hund eh nicht züchten wollten.
Es gab in diesem Wurf auch einen anderen Hund, der von Anfang an körperlich zurückgeblieben  Gedeihstörung), sehr ängstlich war und schlecht gefressen hat.
Der Hund unseres Bekannten hat außerdem 2 Schneidezähne weniger – sowohl bei den Milchzähnen als auch bei den bleibenden. Auch sowas ist ein Indiz für einen genetischen Schaden. Dieser Hund hatte bereits eine Gebährmuttereiterung und musste deshalb Kastriert werden.
Alles in allem erweckt es leider den Eindruck, als wäre in dieser Linie etwas grob nicht in Ordnung!

Was bei uns nun gerade weiter passiert….zu finden unter NEWS

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